Neulich in der Alten Nationalgalerie

Neulich verbrachten wir einen inspirierenden Nachmittag in der Alten Nationalgalerie. Und wie das bei einem Museumsbesuch so ist, am Anfang ist man noch richtig ausgehungert nach Kunst, bleibt überall stehen und lehnt sich so nah an die Bilder bis der Museumsangestellten streng schaut und ermahnt oder gar die Alarmanlage losgeht. Man schießt das eine oder andere Foto (ohne Blitz) und landet irgendwann erschöpft auf einer lederbezogenen Sitzgelegenheit in der Mitte des Raums und dabei hat man doch noch so viel vor sich wie zum Beispiel die grandiosen Impressionisten, die Renoirs, Monets, Cézannes. Da hilft natürlich eine Pause im Museumshop aber wäre es nicht interessant, wenn man sich einfach nur auf die Werke konzentrieren könnte, die allen Besuchern am besten “gefallen”?

Und das ginge so: Jeder Besucher kann per Audioguide (extended Version), iPhone App oder einem anderen mobilen Device abstimmen, ob ihm das Kunstwerk gefällt oder nicht. Jeder kann dann schnell erkennen, ob sich das Verweilen lohnt oder man lieber schnellen Schrittes in den nächsten Ausstellungsraum laufen sollte. Als etwas störend könnten sich die zunehmenden Massen vor den “Most Liked” Gemälden entpuppen oder die schnatternden spanischen Schulklassen, die sich plötzlich wie zuhause auf Facebook fühlen und den Rest jeglicher musealen Contenance verlieren. Vielleicht würde diese neue Form der unverkrampften Begegnung mit (Achtung) Kunst aber auch gerade die Kommunikation unter den Besuchern fördern und dazu führen dass sich mehr Leute für Kunst begeistern, darüber sprechen sich austauschen und diskutieren?

Es wäre in jedem Fall aufregend im Foyer die tagesaktuelle Hitlist zu verfolgen: Wie bitte, Menzels Eisenwalzwerk liegt vor Renoirs Im Sommer? Da muss ich doch gleich mal mein Voting abgeben!



von Mareike

Veröffentlicht am 21. Juli 2010 um 14:42 Uhr   |   Kategorie: Allgemeiner Schabernack



4 Kommentare

  1. Franz

    23. Juli 2010 um 17:12

    coole Idee und die schlechtesten in der Rangliste fliegen raus, zusätzlich können sich neue Künstler durch Abstimmung qualifizieren. Das ist Innovation pur.:-)

  2. Karl der Computer

    24. Juli 2010 um 16:11

    This one rocks! Solltet ihr gleich mal der Museumsleitung vorschlagen :-) )

  3. Hanna

    31. Juli 2010 um 12:16

    Finde das ist echt ne gute Idee! Würde mich mal interessieren, was so ein Kunstgeschichtsprofessor dazu sagen würde…Das Feature ist ja irgendwie auch eine Demokratisierung der Kunst an sich, denn jeder darf abstimmen, unabhängig von Bildung und Einkommen.

    Wenn ich mal wieder in Berlin bin, muss ich gleich mal die alte Nationalgalerie aufsuchen. Ach ja, vielleicht auch eine gute Idee für die lange Nacht der Museen!???

Kommentieren